Curry & Co

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Wer in Leipzig oder Dresden unterwegs ist und einen gewissen Kohldampf verspürt, der sollte unbedingt mal bei Curry & Co vorbei schauen. In beiden Städten ist diese noch junge aber aufgeschlossene Imbiss-Kette mit jeweils zwei Filialen anzutreffen. Natürlich gibt es hier leider auch echte Curry-Würste, dennoch freuen wir uns über ein veganes Angebot, das sich sehen lassen kann.

Hier bekommt man von der veganen Currywurst, in den Varianten geräuchert oder gebrüht, komplette vegane Menüs mit lecker Pommes und sogar vegane Majo. Weicheiern kann ich allerdings nur raten nicht zur scharfen Soße zu greifen, die ist wirklich nur was für Asbest-Zungen. Das komplette vegane Angebot ist selbst für Kritiker von Fleischalternativen echt lecker und das Personal gut gelaunt. Was absolut nicht in meinem Rahmen liegt ist die postmoderne Psycho-Musik, die einem dann doch wieder den Genuss verhagelt, doch zum Glück kann man in den warmen Monaten ja auch draußen sitzen.

Wir sind froh zwei dieser tollen Schnellrestaurants in Leipzig zu haben. Schaut vorbei, es lohnt sich.

Hommage an die besten Mitbewohner

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4 Jahre ist es nunmehr her, da schickte mir meine Liebste ein Foto von zwei winzigen Fellknäulen in schlechter Haltung. Ein braunes und ein weißes Kaninchen-Junges in einem durchnässten und nicht ausgemisteten und auch viel zu kleinen Ferch. Sie frage mich, ob sie die Kleinen mitbringen dürfte und was wäre ich für ein Unhold gewesen, hätte ich nein gesagt. Doch in Wahrheit waren sie schon in diesem Moment tief in mein Herz geschlossen.

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Dieser Tag war zugleich einer derer, in denen man sich an gewisse Dinge wieder erinnert und sie bewusster wahr nimmt und zum anderen ein Tag der eine unvorstellbar große und schöne Wende in unserem Leben einleitete.

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Da stand er nun in unserer Küche, der Karton, gefüllt mir Heu und zwei winzigen Lebewesen, denen noch gar nicht bewusst war, was es heißt glücklich und in Frieden zu leben, ohne auf den Tod zu warten. Auch uns war noch gar nicht so recht klar, was es heißt ihnen genau das zu schenken. Wir glaubten zwar zu wissen, was wir taten, doch begann nun erst die Zeit des Lernens.

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Zunächst lebten sie in einem, wie es leider noch viel zu viele kennen, Käfig. Doch bald konnten wir diese Enge gar nicht mehr mit ansehen, so kauften wir den größten Stall, den es nur gab. Dann dachten wir, draußen auf dem Balkon in so einem Kaninchen-Doppelstock-Haus wäre es doch noch besser. Nein, irgendwie war es das auch nicht, also richteten wir eine Ecke im Wohnzimmer ein, die mit Käfiggittern abgeteilt war. Wir ließen sie dann einmal am Tag aus diesem Verlies. Viel haben wir in dieser Zeit tatsächlich aus dem Internet gelernt. Doch wie es immer wieder der Fall ist … die Natur sucht sich ihren eigenen Weg und der ist manchmal für uns verkorkste Menschen so unvorstellbar, wie magisch schön.

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Flocke, die kleine weiße Robbe saß doch abends, trotz enormer Sicherheitsvorkehrungen immer wieder draußen, bis heute wissen wir nicht, wie sie es geschafft hat, denn eigentlich war das Gitter viel zu hoch und dazu noch abgedeckt. Was soll´s dachten wir uns und ließen alle Mauern fallen, sie bekamen ihr eigenes Reich in der Küche, mit Haus und vielen Teppichen. Artgerechter konnten wir es ihnen in der Altbauwohnung einfach nicht machen, aber so schön es nur ging.

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Sie lernten auf Fliesen und Laminat zu laufen, die kleine Flocke und ihr Bruder Rocky, der den Namen eines tröstenden Plüschtieres bekam, dass ich in einer einst schweren Zeit meiner Liebsten zukommen ließ. Sie lernten auch sehr schnell, wie man auf die wohnzimmerliche Couch gelangt und verloren nach und nach jegliche Scheu, ohne ganz ihre Instinkte zu vergessen. Und eines Tages haben sie uns dann mit ihrer ausgewogenen Ernährung angesteckt. Viele verstehen dies bis heute nicht, aber das ist vielleicht auch ein ganz anderes Thema. Wir jedenfalls haben dann dem Fleisch abgeschworen und sind bis heute sehr glücklich damit.

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An jedem Tag, an dem man heim kommt und ein braunes Kaninchen steht doch glatt von seinem Nachmittagsschlaf auf seiner eingenommenen Couch auf und kommt einem entgegen gelaufen, fühlt man wieder die Welt. Man fühlt sie so, wie sie sein sollte. Egal wie viele Sorgen einem mit auf den Weg gegeben werden, dies lässt Alles abfallen. Allein zu sehen, wie glücklich diese Wesen sind, wenn sie es sich genüsslich auf der Couch gemütlich machen. Wie sie es genießen gekrault zu werden, wie sie genau wissen, wann es Futter gibt und sich in den Alltag integrieren … wie sie einen spüren lassen, dass sie es genießen geliebt zu werden und dies auch gern mal ausnutzen und gewisse Allüren an den Tag legen… all dies bereichert seit nunmehr 4 Jahren unser Leben und ich möchte es nie wieder missen.

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Wahrscheinlich können das viele gar nicht nachvollziehen und warnen hier vor übertriebener Fürsorge, doch sie sind Teil unseres Lebens und wir haben eine Fürsorgepflicht übernommen und so sorgt man sich auch noch in der Nacht zum heiligen Abend, nach einer schweren OP und nimmt viel Schmerz, Sorge und Geld in die Hand, aber so sollte es eigentlich sein. Wir sind verantwortlich für diese Leben. Zum einem aus dem Grund, da der Rest der Welt ihnen so unsagbar viel Leid zufügt und sie nur als Objekte ansieht. Zum Anderen, wenn man etwas angeht, das ein Leben betrifft, dann hat man dafür vollste Verantwortung über alle Grenzen hinaus und das sollte allen Tierhaltern bewusst sein.

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Ich bin dankbar für diesen einen Tag, der so viel bewirkte und hoffe und wünsche mir, dass in Zukunft viele Menschen diese Erleuchtung doch noch finden mögen, egal um welche Art Leben, Gattung oder Rasse es sich handelt. All jenen, die dies auf ewig ablehnen, kann ich nur sagen: “Euch fehlt ein großer Teil des wahren Lebens.” … und wer diese Empathie nicht nachempfinden kann, trägt eine Teilschuld an all dem Elend auf dieser Welt und auch an der Zerstörung dieses einmaligen Planeten, der nichts wert ist ohne diese Momente, und der auf Wesen, die dies nicht verstehen, jederzeit verzichten kann. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt.

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Dem ist nur noch hinzuzufügen … wir haben mittlerweile viele Kaninchen gerettet und in treue und fürsorgliche Hände vermittelt. Selbst haben wir 4 Mitbewohner, die jeden Tag zu einem glücklichen Tag machen. Dank an dieser Stelle an meine aufopferungsvolle treue Seele, Bettina, Lisa, Hansi, Esther, unserer Fabi und natürlich an den Kaninchenschutz e.V., all die mitkämpfenden Seelen da draußen und unsere besten Kaninchensitter Katja, Hagen dem Kaninchenflüsterer und Martin.

Wenn Ihr auch mal ein paar schöne Momentaufnahmen Eurer pelzigen Mitbewohner haben möchtet, dann schaut doch mal bei Auralumina – Photography oder auch auf Facebook vorbei. Mit ein wenig Geduld werden die tierischen Freunde zu unvergesslichen Bildern.

Klassen, Rassen & Spezies

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Wir Menschen haben seit jeher die Angewohnheit Dingen einen Namen zu geben. Wir tun dies aus dem Grund unterscheiden zu können, was prinzipiell ja recht praktisch und nicht verwerflich ist. Seit einigen vielen Jahrhunderten haben wir aber zur schlechten Gewohnheit aufkommen lassen Lebewesen in Klassen, Rassen und Spezies zu unterteilen. Aus wissenschaftlicher Sicht ist auch das recht praktisch anzusehen.

Jedoch neigen wir dazu Gruppierungen, die nicht der eigenen entsprechen abzustempeln, auszubeuten, zu quälen und als niedere Wesen anzusehen. Und machen wir uns nichts vor, es passiert uns auch im Alltag, dass wir abwegig über jene reden, die wir als schlechter oder dümmer als uns selbst ansehen. Mit diesem Gedankengut schaden wir meist nicht direkt, die Problematik liegt aber im Detail.

Es ist natürlich einfacher zu sagen, dass ein Nerz nur ein Nutztier ist, um an sein Fell heran zu kommen. Es beruhigt sicher auch ungemein, wenn man sich selbst sagt, dass ein Schwein eben dreckig und nur ein dummes Tier ist, wenn man das eigentlich völlig geschmacklose Schnitzel vor sich essen möchte. Kinder hören vielleicht auf irgendwann nervige Fragen zu stellen, wenn sie glauben, dass Milch aus dem Tetrapack kommt. Man macht sich das Leben unkompliziert, wenn man auf der Meinung beharrt: “Dumme Hühner gibt es doch in Massen, sind doch nur Broiler.” “Tiere sind eben keine Menschen und zum Essen da.” Ein Glück haben wir Hunden und Katzen die Klasse “Haustiere” verabreicht und schon sind sie besser gestellt, als jedes Schwein.

Andere Kulturen nehmen sich diese Feinheiten nicht heraus, hier wird alles gemeuchelt, was nicht bei 3 auf dem Baum ist. Auch Hunde und Katzen leiden hier unvorstellbare Qualen bis zu ihrer Tötung, die nicht so “human” von statten geht, wie sich das einige vielleicht gern einreden würden.

Wir reden uns Gewohnheiten schön. “Das war schon immer so und das weiß doch jeder”. Wenn das schon immer alles so war, warum macht man dann heute keinen Aderlass zur gesundheitlichen Genesung mehr und warum müssen Schwarze nicht mehr in Ketten leben? Die Lösung vieler Probleme liegt darin, dass wir unsere Augen nicht verschließen, unseren Kopf frei machen und unser Herz öffnen, auch wenn Wahrheiten unbequem sind. Und auch wenn das Leid uns nicht persönlich betrifft, WIR haben die Verantwortung für alles Leben, das sich nicht gegen unsere schlechten Gewohnheiten wehren kann. Auch haben wir dieses ganze Leid erst geschaffen.

Glücklicherweise kommen mehr und mehr Wahrheiten ans Licht, viele davon wissenschaftlich fundiert und untermauert. Die Konsumgiganten und die Lebensmittel-Industrie kämpfen zwar durch das Streuen von Unwahrheiten und Volksverdummung, wie Werbekampagnen für Folgemilch und BioFleisch, dagegen an, doch wachen auch mehr und mehr Menschen aus ihrem Tiefschlaf der Gewohnheiten auf.

So ist eben erwiesen, dass Schweine zum teil intelligenter sind als Hunde, Kühe ebenso Gefühle und ein ausgeprägtes soziales Umfeld haben. Aber pinzipiell kommt es auch darauf nicht an, sondern nur auf Eines: Der Mensch hat nicht das Recht andere Lebewesen, die er für niedriger gestellt als sich selbst hält, zu quälen, auszubeuten und schon gar nicht zu töten. Und genau das muss in die Köpfe, in alle Köpfe!  … wir arbeiten daran.

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