R.D. Precht: “Dürfen wir Tiere essen?”

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Richard David Precht ist wohl derzeit mein ungeschlagener Lieblings-Philosoph. Ich mag seine Art an Themen heran zu gehen und seine Gesprächspartner von ihrem eigentlichen Standpunkt in die Enge der Erkenntnis zu treiben. Precht wurde in der 2. Ausgabe 2013 von “Natürlich Vegetarisch” auch zum Thema Vegetarismus interviewt. Im hauseigenen Magazin des Vegetarierbundes gab er zu immer wieder zu versuchen vegetarisch zu leben, aber im Moment immer wieder zu scheitern. Dennoch macht ihn seine Ehrlichkeit sehr sympathisch.

Die Sendung des ZDF zum Thema “Dürfen wir Tiere essen?” ist schon ein wenig älter (09.12.2012), aber ich möchte sie hier noch einmal anpreisen. Er begibt sich mit dem christlichen Philosophen Robert Spaemann auf eine Reise von einem festen Standpunkt hin zu neuen Überlegungen. Diese Sendung war zum einen zum Haareraufen, zum anderen sehr spannend, auf jeden Fall lohnenswert zu sehen.

Werde ich Vegetarier oder lieber Veganer?

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Wir Menschen schlagen uns ja gern mit Schubladendenken und Namensvergaben herum. So gibt es auch im Bereich der pflanzlichen Ernährungs- und Lebensweisen hübsche und lustig klingende Betitelungen. Während “vegan” eher einer Lebensweise entspricht, die sich auch auf den Verzicht jeglicher Gebrauchs- und Alltagsartikel ohne tierische Bestandteile bezieht, beschreibt “vegetarisch” eine Art Zwischenform, die sich eher auf die Ernährung ohne Fleisch, mit gewissen Ausnahmen, beschränkt. Die umgangssprachlichen Erklärungen sehen wie folgt aus:

Vegetarier

Sie essen keinerlei fleischliche Produkte mit Ausnahme von Fisch. Zusätzlich sind Milchprodukte, Honig und Eier ein Teil ihrer Ernährung.

Veganer

Sie nehmen keinerlei tierische Produkte zu sich und konsumieren auch keine Produkte, die in irgendeiner Art tierische Bestandteile, wie beispielsweise Leder, beinhalten. Einfacher gesagt, wird streng darauf geachtet jegliches Tierleid oder gar Schlachtungen zu vermeiden.

Das Problem

Viele Menschen leben streng nach dem Maßstab und den Einstellungen des Veganismus, jedoch mit Abstrichen. Die einen kommen einfach nicht um den Käse herum. Beispielsweise, weil die Käsealternativen einfach noch zu “schlecht” sind. Andere kommen vielleicht auch in ihrem Beruf einfach nicht drumherum Kleider und Schuhe aus Leder oder anderen tierischen Bestandteilen zu tragen. Das liegt zum einen wohl auch daran, dass es noch keine wirkliche Kennzeichnungspflicht für tierische Bestandteile gibt. Zum anderen speziell bei Leder ist es so, dass Leder leider als tierisches Abfallprodukt der Schlachtung gehandelt wird. Entsprechend Milliarden Rindern und Schweinen jährlich, ist es sicher günstiger, als künstlich hergestellte Materialien.

Doch sind diese Menschen keineswegs schlechtere Veganer, da der Wille und die verinnerlichte Einstellung jedes Tierleid zu vermeiden ja vorhanden sind.

Der eigentliche Sinn

Der Weg zur gesunden Ernährung und dem tierleidfreien Leben ist eine Entwicklung für jeden selbst. Wenn man Fleischesser ist oder war und den Umstieg eingeht, dann ist das vergleichbar mit dem Bekämpfen einer Sucht. Hierbei gibt es zwei Möglichkeiten:

Absolute Konsequenz

Das ist moralisch und prinzipiell gesehen wohl das einzig Richtige. Jedoch ist es auch der größte Scheidefaktor an dem die meisten, die vielleicht doch gern tierleidfrei und gesund leben würden, scheitern. Manche Raucher reduzieren erst und schaffen dann den Ausstieg viel leichter. Deshalb ist es ab und an besser überhaupt einen Weg zu finden und sich für Möglichkeit 2 zu entscheiden:

Schritt für Schritt reduzieren

Man testet sich einfach mal heran. Ab und an isst man noch Fisch, oder auch an Weihnachten mal ein Stück Gans. Ich kann hoch und heilig versprechen, nach dem ersten Weihnachtsessen ist es dann meist vorbei und kommt nie wieder vor. Man muss sich nur das Leben und Sterben der Tiere vor Augen halten und dass das, was man dort zerbröselt vor sich auf dem Teller liegen hat, ein Leben hatte, das von der Allgemeinheit im Dasein unterschätzt wird.

Denn auch wenn viele immer noch glauben, dass sogenannte Nutztiere keine Intelligenz, kein Gefühl und kein Sozialwesen besitzen, … man kann verdammt falsch liegen. Aber dazu später mehr.

Für Deinen Weg als Umsteiger sei jedoch gesagt: “Es ist egal, wie man oder Du dich selbst betitelst, wenn Du dich entscheidest zukünftig, so gut es geht, alles Tierleid in deinem Leben und deiner Ernährung zu vermeiden, dann bist Du auf dem richtigen Weg, egal welche Grenzen Du dir setzt. Und nur das zählt!

Zwiebelschmalz

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Fett-Bemme oder Schmalz-Stulle, ganz egal wie man es auch nennt, jeder kennt es und die meisten liebten es schon als Kind. Das konventionelle Schmalz wurde entweder aus Schweinefett oder Gänse- b.z.w. Entenfett gekocht und auch mit Zwiebeln versetzt.

Für alle Liebhaber dieser doch einfachen Malzeit haben wir eine gute Nachricht. Es gibt eine pflanzliche Alternative. Sicher könnte man befürchten, dass rein pflanzliches Schmalz niiiieeeemals so gut schmecken kann. Ich würde aber sogar noch weiter gehen und behaupten, es schmeckt bei weitem besser als das tierische Produkt.

Wir empfehlen das Zwiebelschmalz von Deli, es ist ebenso rein pflanzlich, wie die Margarine “Original”. Neben dem Zwiebelschmalz hält Deli auch noch eine weitere Geschmacksrichtung “Kräuter” bereit. Ihr solltet es einfach mal probieren.

Ich nutze es selbst sehr gern zum Würzen von Speisen und marinieren von Soja-Vleisch-Produkten, aber auch ich komme um das klassische Schmalzbrötchen nicht drumherum. Ein frisches Brötchen, Zwiebelschmalz drauf und lecker Gewürzgurken dazu … das lässt Kindheitserinnerungen wach werden.