Ratgeber

Du würdest gern vegetarisch oder vegan leben, aber Dir stellen sich hunderte Fragen, wie man das eigentlich schaffen kann? Wir helfen Dir hier gern mit Informationen und Tipps aus unseren eigenen Erfahrungen und denen vieler Veganer und Vegetarier weiter.

Was esse ich unterwegs?

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Wir werden unterwegs an jeder Ecke mit den Völlereien des qualvollen Todes nur so überschüttet. Aber als veganer oder vegetarischer Einsteiger steht man zunächst wie die Kuh vor´m neuen Tor und fragt sich, was man auf Ausflügen essen soll. Wir möchten mal ein wenig Licht in´s Dunkel bringen und Euch einige Tipps geben.

Selbstgemachte Verpflegung

Von der bequemen Fastfood-Generation wird heute gern verdrängt, dass man sich ja auch selbst eine Wegzehrung zubereiten kann. Einfach ein paar frische Brötchen selbst belegt, gut verpackt und man ist auf Ausflügen, Wanderungen oder abends am See bestens verpflegt. Frisches Gemüse, vegane Kräuteraufstriche und Tofu-Aufschnitt sind auch viel leichter und leckerer als fettige Wurst. Eine kleine Anregung findet ihr in unseren Sommerbrötchen.

Subways

Bei dieser Sandwich-Kette kann man nicht nur totes Tier aufs Brot legen lassen. Es gibt unter anderem auch zwei vegetarische Angebote, die man als Baguette oder auch als Salat wählen kann. Wir empfehlen hier den leckeren Veggi-Patty als Salat-Variante. Man glaubt es kaum, aber der Veggi-Patty ist eines der leckersten vegetarischen Bratlinge überhaupt und schmeckt dabei fast wie eine Bulette. Dazu ein paar leckere Jalapenos und Sweet-Onion-Sauce drüber und eine leckere Malzeit für unterwegs ist garantiert.

Country Burger

Ich unterstütze eigentlich ungern diese in Massen abschlachtenden, globalisierten Fastfood-Ketten. Wer aber auf der Autobahn unterwegs ist und seinen Hunger nicht mehr bezwingen kann, sollte mal den Country-Burger von Burger King probieren. Auf der Angebotskarte sucht man ihn leider vergebens, aber dafür ist er immer frisch zubereitet und köstlicher als das pappige Veggi-Teil von McDonalds. Er besteht aus paniertem und frittiertem Gemüse und ist pikant gewürzt, dafür allerdings auch nicht ganz billig. Für den Preis bekommt man leider schon 2 Mörder-Burger.

Asiatisch

Gebratene Nudeln und Reis gibt es heute an jeder Ecke. Man muss diese Gerichte aber nicht mit geschreddertem Huhn oder im Ganzen zerhackten Ente essen. Meistens gibt es auch vegetarische Gerichte auf der Karte. Wir empfehlen hier ganz klar die Asia-Hung-Kette. Diese gibt es zum Beispiel in Leipzig auf dem Hauptbahnhof. Hier bekommt man noch Gemüse, das wie welches ausschaut und das aus dem Dampfgarer zu kommen scheint. Zumindest ist es frisch und knackig und jede Gemüseart schmeckt so, wie sie schmecken sollte. Serviert werden die Gemüse-Nudeln mit einem Gemüsefond. Sehr lecker!

Döner mal anders

Döner gibt es natürlich auch vegan oder vegetarisch. Hier können wir Dürüm mit Falafel oder frittiertem Halloumi empfehlen, wenn man ohne den Käse nicht leben kann.

Einfach mal Pommes

Manchmal denkt man nicht an die einfachsten Dinge, aber in den meisten Imbiss-Buden bekommt man auch einfach nur Pommes. Allerdings sollte man hier vielleicht nachfragen, ob die Pommes auch in extra dafür vorgesehenem Fett frittiert wurden. Wenn man bereits lange genug vegan lebt, kann es durchaus vorkommen, dass man auf die tierischen Fette reagiert und das ist meistens sehr unangenehm.

 

Solltet ihr weitere Tipps für uns haben, dann schickt sie uns doch und wir veröffentlichen sie für Euch.

Werde ich Vegetarier oder lieber Veganer?

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Wir Menschen schlagen uns ja gern mit Schubladendenken und Namensvergaben herum. So gibt es auch im Bereich der pflanzlichen Ernährungs- und Lebensweisen hübsche und lustig klingende Betitelungen. Während “vegan” eher einer Lebensweise entspricht, die sich auch auf den Verzicht jeglicher Gebrauchs- und Alltagsartikel ohne tierische Bestandteile bezieht, beschreibt “vegetarisch” eine Art Zwischenform, die sich eher auf die Ernährung ohne Fleisch, mit gewissen Ausnahmen, beschränkt. Die umgangssprachlichen Erklärungen sehen wie folgt aus:

Vegetarier

Sie essen keinerlei fleischliche Produkte mit Ausnahme von Fisch. Zusätzlich sind Milchprodukte, Honig und Eier ein Teil ihrer Ernährung.

Veganer

Sie nehmen keinerlei tierische Produkte zu sich und konsumieren auch keine Produkte, die in irgendeiner Art tierische Bestandteile, wie beispielsweise Leder, beinhalten. Einfacher gesagt, wird streng darauf geachtet jegliches Tierleid oder gar Schlachtungen zu vermeiden.

Das Problem

Viele Menschen leben streng nach dem Maßstab und den Einstellungen des Veganismus, jedoch mit Abstrichen. Die einen kommen einfach nicht um den Käse herum. Beispielsweise, weil die Käsealternativen einfach noch zu “schlecht” sind. Andere kommen vielleicht auch in ihrem Beruf einfach nicht drumherum Kleider und Schuhe aus Leder oder anderen tierischen Bestandteilen zu tragen. Das liegt zum einen wohl auch daran, dass es noch keine wirkliche Kennzeichnungspflicht für tierische Bestandteile gibt. Zum anderen speziell bei Leder ist es so, dass Leder leider als tierisches Abfallprodukt der Schlachtung gehandelt wird. Entsprechend Milliarden Rindern und Schweinen jährlich, ist es sicher günstiger, als künstlich hergestellte Materialien.

Doch sind diese Menschen keineswegs schlechtere Veganer, da der Wille und die verinnerlichte Einstellung jedes Tierleid zu vermeiden ja vorhanden sind.

Der eigentliche Sinn

Der Weg zur gesunden Ernährung und dem tierleidfreien Leben ist eine Entwicklung für jeden selbst. Wenn man Fleischesser ist oder war und den Umstieg eingeht, dann ist das vergleichbar mit dem Bekämpfen einer Sucht. Hierbei gibt es zwei Möglichkeiten:

Absolute Konsequenz

Das ist moralisch und prinzipiell gesehen wohl das einzig Richtige. Jedoch ist es auch der größte Scheidefaktor an dem die meisten, die vielleicht doch gern tierleidfrei und gesund leben würden, scheitern. Manche Raucher reduzieren erst und schaffen dann den Ausstieg viel leichter. Deshalb ist es ab und an besser überhaupt einen Weg zu finden und sich für Möglichkeit 2 zu entscheiden:

Schritt für Schritt reduzieren

Man testet sich einfach mal heran. Ab und an isst man noch Fisch, oder auch an Weihnachten mal ein Stück Gans. Ich kann hoch und heilig versprechen, nach dem ersten Weihnachtsessen ist es dann meist vorbei und kommt nie wieder vor. Man muss sich nur das Leben und Sterben der Tiere vor Augen halten und dass das, was man dort zerbröselt vor sich auf dem Teller liegen hat, ein Leben hatte, das von der Allgemeinheit im Dasein unterschätzt wird.

Denn auch wenn viele immer noch glauben, dass sogenannte Nutztiere keine Intelligenz, kein Gefühl und kein Sozialwesen besitzen, … man kann verdammt falsch liegen. Aber dazu später mehr.

Für Deinen Weg als Umsteiger sei jedoch gesagt: “Es ist egal, wie man oder Du dich selbst betitelst, wenn Du dich entscheidest zukünftig, so gut es geht, alles Tierleid in deinem Leben und deiner Ernährung zu vermeiden, dann bist Du auf dem richtigen Weg, egal welche Grenzen Du dir setzt. Und nur das zählt!

Ich weiß gar nicht was ich essen soll!?

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“Wenn ich vegan oder vegetarisch leben wollen würde, wüsste ich gar nicht, was ich essen sollte.” Immer wieder höre ich diese Aussage in Talkshows, wie Markus Lanz, oder lese sie in irgendwelchen Kommentaren. Dies klingt schon ein wenig engstirnig, ist aber gleichermaßen verständlich. Diese Aussage gibt Aufschluss darüber, wie sich unser Ess-Verhalten und die Einstellung zur Ernährung in nur eine Richtung entwickelt hat.

Zwei Aspekte werden dabei deutlich, zum einen essen wir viel unbewusster, denn sonst hätten wir immer Alternativen im Kopf, doch da der Überlebenswille heute durch die Industrie vollkommen überrollt wird und die Bequemlichkeit und sicher auch ein deutlicher Zeitmangel in der Hatz des modernen Lebens eine große Gewichtung erlangt haben, machen wir uns eben keine Gedanken über Nahrung, oder eben zu wenig.

Zum anderen hat das Essen an sich einen anderen Stellenwert erlangt. Wir essen nicht um zu Überleben, wir essen um zu essen, zu genießen oder einen stetigen Hunger zu befriedigen. In den meisten Fällen weißt dieser unnatürliche Appetit aber auf eine falsche Ernährung oder auf Gewohnheit hin. Dazu kommt sicher, dass wir an jeder Ecke mit leckeren Düften angelockt und verleitet werden zu essen. Hier noch eine Bratwurst, da noch eine Portion Pommes, noch ein kleiner Burger … der ja leider nur einen Bruchteil dessen kostet, den er eigentlich wert ist, nämlich mindestens ein Leben.

Wie man auch immer zum Vegetarismus oder Veganismus kommt ist egal. Eines Tages wacht man vielleicht auf und dann weiß man erst einmal nicht, was man essen sollte. Ich glaube auch einer meiner ersten Gedanken, als ich begann darüber nachzudenken, dass es definitiv nicht richtig und gesund sein kann tote Tiere zu essen, war genau dieser. Nach einigen Wochen konnte ich dann aber schon über mich selbst lachen und sagen: „Wo sind wir nur hingelenkt worden, dass wir mit solch Unvernunft an das Thema heran gehen!?“. Es gab viele Jahrhunderte, wenn nicht sogar Jahrtausende, in denen es vollkommen normal war wenig, oder gar kein Fleisch zu essen. Wieso sollte das heute so unnatürlich sein? Es ist einfach die Gewohnheit Fleisch zu essen und vielleicht auch eine Art Schock auf gewohnte Dinge verzichten zu müssen.

Essen ist Geschmacksache und viele Speisen, die wir aus unserem „alten Leben“ kennen, bekommen auch nur durch Gewürze und die Art der Zubereitung einen ganz bestimmten Geschmack, der ihn für uns unverkennbar macht und in unserem Kopf als Erinnerung abgerufen wird, die uns sagt: „Ja, das ist lecker.“ Viele sagen ja auch, dass Zucchini beispielsweise nicht lecker sind oder gar keinen Geschmack haben. Wer mal in ein rohes Stück Schweinefleisch beißt, wird wohl auch ähnliches feststellen müssen, nur dass das Fleisch zudem auch noch ungesund ist und vollgespickt mit Medikamenten, Giften und Angsthormonen.

Es ist ganz einfach gut schmeckende Lebensmittel und Gerichte zu finden, wenn man sich einen Ausgangspunkt schafft und erstmal alles andere als Nebensache betrachtet. Jeder sollte sich selbst einen Ausgangspunkt schaffen. Eine gute Basis wäre vielleicht: „Ich möchte leckere Gerichte, die vielleicht sogar noch gesund sind.“ Der nächste Schritt in die richtige Richtung wäre dann: „Mein Essen gestalte ich mir nach meinem eigenen Geschmack.”

Auch wenn man nicht selbst kocht, vegane und vegetarische Gerichte findet man auch beim Pizza-Lieferservice, beim Asiaten um die Ecke und in jedem guten Restaurant. Das größte Problem ist immer der Wille und die Disziplin. Viele Vegetarier, die genügend Empathie in sich tragen, nutzen einen ganz einfachen Trick. Sie rufen genau die Bilder und Fakten im Kopf ab, die sie dazu bewegt haben ihrem Leben diese wichtige Wendung zu geben. Eines der “beliebtesten” Übungsutensilien hierfür ist wohl Earthlings.

Teil 1 der Earthlings-Staffel auch auf Youtube

Wir werden aber auch weiterhin unsere Rezepte für Euch ausbauen und Tipps zu Lebensmitteln geben.