Tier-Geschichten

Hier erzählen wir Euch alles, war wir so tierisches erleben.

Hommage an die besten Mitbewohner

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4 Jahre ist es nunmehr her, da schickte mir meine Liebste ein Foto von zwei winzigen Fellknäulen in schlechter Haltung. Ein braunes und ein weißes Kaninchen-Junges in einem durchnässten und nicht ausgemisteten und auch viel zu kleinen Ferch. Sie frage mich, ob sie die Kleinen mitbringen dürfte und was wäre ich für ein Unhold gewesen, hätte ich nein gesagt. Doch in Wahrheit waren sie schon in diesem Moment tief in mein Herz geschlossen.

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Dieser Tag war zugleich einer derer, in denen man sich an gewisse Dinge wieder erinnert und sie bewusster wahr nimmt und zum anderen ein Tag der eine unvorstellbar große und schöne Wende in unserem Leben einleitete.

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Da stand er nun in unserer Küche, der Karton, gefüllt mir Heu und zwei winzigen Lebewesen, denen noch gar nicht bewusst war, was es heißt glücklich und in Frieden zu leben, ohne auf den Tod zu warten. Auch uns war noch gar nicht so recht klar, was es heißt ihnen genau das zu schenken. Wir glaubten zwar zu wissen, was wir taten, doch begann nun erst die Zeit des Lernens.

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Zunächst lebten sie in einem, wie es leider noch viel zu viele kennen, Käfig. Doch bald konnten wir diese Enge gar nicht mehr mit ansehen, so kauften wir den größten Stall, den es nur gab. Dann dachten wir, draußen auf dem Balkon in so einem Kaninchen-Doppelstock-Haus wäre es doch noch besser. Nein, irgendwie war es das auch nicht, also richteten wir eine Ecke im Wohnzimmer ein, die mit Käfiggittern abgeteilt war. Wir ließen sie dann einmal am Tag aus diesem Verlies. Viel haben wir in dieser Zeit tatsächlich aus dem Internet gelernt. Doch wie es immer wieder der Fall ist … die Natur sucht sich ihren eigenen Weg und der ist manchmal für uns verkorkste Menschen so unvorstellbar, wie magisch schön.

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Flocke, die kleine weiße Robbe saß doch abends, trotz enormer Sicherheitsvorkehrungen immer wieder draußen, bis heute wissen wir nicht, wie sie es geschafft hat, denn eigentlich war das Gitter viel zu hoch und dazu noch abgedeckt. Was soll´s dachten wir uns und ließen alle Mauern fallen, sie bekamen ihr eigenes Reich in der Küche, mit Haus und vielen Teppichen. Artgerechter konnten wir es ihnen in der Altbauwohnung einfach nicht machen, aber so schön es nur ging.

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Sie lernten auf Fliesen und Laminat zu laufen, die kleine Flocke und ihr Bruder Rocky, der den Namen eines tröstenden Plüschtieres bekam, dass ich in einer einst schweren Zeit meiner Liebsten zukommen ließ. Sie lernten auch sehr schnell, wie man auf die wohnzimmerliche Couch gelangt und verloren nach und nach jegliche Scheu, ohne ganz ihre Instinkte zu vergessen. Und eines Tages haben sie uns dann mit ihrer ausgewogenen Ernährung angesteckt. Viele verstehen dies bis heute nicht, aber das ist vielleicht auch ein ganz anderes Thema. Wir jedenfalls haben dann dem Fleisch abgeschworen und sind bis heute sehr glücklich damit.

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An jedem Tag, an dem man heim kommt und ein braunes Kaninchen steht doch glatt von seinem Nachmittagsschlaf auf seiner eingenommenen Couch auf und kommt einem entgegen gelaufen, fühlt man wieder die Welt. Man fühlt sie so, wie sie sein sollte. Egal wie viele Sorgen einem mit auf den Weg gegeben werden, dies lässt Alles abfallen. Allein zu sehen, wie glücklich diese Wesen sind, wenn sie es sich genüsslich auf der Couch gemütlich machen. Wie sie es genießen gekrault zu werden, wie sie genau wissen, wann es Futter gibt und sich in den Alltag integrieren … wie sie einen spüren lassen, dass sie es genießen geliebt zu werden und dies auch gern mal ausnutzen und gewisse Allüren an den Tag legen… all dies bereichert seit nunmehr 4 Jahren unser Leben und ich möchte es nie wieder missen.

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Wahrscheinlich können das viele gar nicht nachvollziehen und warnen hier vor übertriebener Fürsorge, doch sie sind Teil unseres Lebens und wir haben eine Fürsorgepflicht übernommen und so sorgt man sich auch noch in der Nacht zum heiligen Abend, nach einer schweren OP und nimmt viel Schmerz, Sorge und Geld in die Hand, aber so sollte es eigentlich sein. Wir sind verantwortlich für diese Leben. Zum einem aus dem Grund, da der Rest der Welt ihnen so unsagbar viel Leid zufügt und sie nur als Objekte ansieht. Zum Anderen, wenn man etwas angeht, das ein Leben betrifft, dann hat man dafür vollste Verantwortung über alle Grenzen hinaus und das sollte allen Tierhaltern bewusst sein.

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Ich bin dankbar für diesen einen Tag, der so viel bewirkte und hoffe und wünsche mir, dass in Zukunft viele Menschen diese Erleuchtung doch noch finden mögen, egal um welche Art Leben, Gattung oder Rasse es sich handelt. All jenen, die dies auf ewig ablehnen, kann ich nur sagen: “Euch fehlt ein großer Teil des wahren Lebens.” … und wer diese Empathie nicht nachempfinden kann, trägt eine Teilschuld an all dem Elend auf dieser Welt und auch an der Zerstörung dieses einmaligen Planeten, der nichts wert ist ohne diese Momente, und der auf Wesen, die dies nicht verstehen, jederzeit verzichten kann. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt.

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Dem ist nur noch hinzuzufügen … wir haben mittlerweile viele Kaninchen gerettet und in treue und fürsorgliche Hände vermittelt. Selbst haben wir 4 Mitbewohner, die jeden Tag zu einem glücklichen Tag machen. Dank an dieser Stelle an meine aufopferungsvolle treue Seele, Bettina, Lisa, Hansi, Esther, unserer Fabi und natürlich an den Kaninchenschutz e.V., all die mitkämpfenden Seelen da draußen und unsere besten Kaninchensitter Katja, Hagen dem Kaninchenflüsterer und Martin.

Wenn Ihr auch mal ein paar schöne Momentaufnahmen Eurer pelzigen Mitbewohner haben möchtet, dann schaut doch mal bei Auralumina – Photography oder auch auf Facebook vorbei. Mit ein wenig Geduld werden die tierischen Freunde zu unvergesslichen Bildern.

Rettungs-Aktion: Benito

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Eines vormittags rief mich meine Liebste an und fragte mich, ob ich dem Kaninchenschutz e.V. aushelfen könnte und einen kleinen Rammler aus schlechter Haltung, so vermutet, abholen könnte. Der kleine Langohr-Mann solle dort wohl ständig von einem Hunde bedroht werden und die Halter wollten ihn nur noch loswerden, wenn´s sein muss auch an einen Schlangenhalter.

Ich musste natürlich nicht lang überlegen. Also habe ich eine der Transportboxen geschnappt und ab ins Auto, auf nach Bitterfeld. Dort traf ich Katja, die mit dem Fall Beauftragte des Kaninchenschutzes. Wir gingen zum Hauseingang eines sogenannten Arbeiterschließfachs. Die Atmosphäre hier war ansich schon sehr gruselig.

Leider machte uns nach einigen Klingelversuchen immer noch niemand die Tür auf, aber wir wurden von unheimlichen Gestalten rund um´s Haus argwöhnisch betrachtet. Eigentlich wussten die Besitzer des Kaninchens, dass wir kommen wollten, doch nichts tat sich. Als wir schon kurz davor waren die Aktion abzubrechen, tauchte eine ältere Frau am Eingang auf und ich fragte sie, ob sie die gesuchten Hausbewohner kennen würde.

Leider war sie wohl hier eigentlich nur selten, aber sie machte uns die Tür auf und wir suchten die passende Wohnungstür und klingelten mal wieder. Leider tat sich wieder nichts, was wohl daran lag, dass die Klingel “hörbar” entweder abgestellt oder defekt war. Also klopfte Katja. Es war keine Überraschung, dass der junge Mann, der die Tür einen Spalt weit öffnete ebenso gruselig war, wie die bis dato bereits Angetroffenen.

Als wir ihm erklärten, wer wir sind schloss er wieder die Tür und rief wohl seine holde Maid mit dem Namen “Hasi” (irgendwie sarkastisch), welche wenige Sekunden später mit dem kleinen, schwarzen Fellknäuel an der Tür erschien. Ich muss jetzt sicher nicht erwähnen, dass … gruselig eben. Die Tür wurde auch gleich wieder hinter ihr geschlossen. Sehr mysteriöse Persönlichkeiten.

Sie schob auch gleich den Kleinen in meine schon geöffnete Transportbox, doch wollte uns nicht so einfach gehen lassen. Sie meinte, dass wohl 20 Euro als Sklavenpfand vereinbart worden wären. Katja wusste von nichts und ich war ja eigentlich auch nur der “Transporter”, … Mist, ich hatte meine Fahrerhandschuhe zuhause vergessen. :) Da ich allerdings weder Lust darauf hatte mit dieser anstandslosen Person weiter zu diskutieren, noch den süßen Fratz wieder in diese Gruselhöhle zurück zu geben, flog mir meine Brieftasche und die 20 Euro darin förmlich aus der Tasche entgegen. Ich drückte sie der jungen Frau in die Hand und fragte, ob das dann alles wäre und ob der der schwarze Hasenlord einen Namen hätte. Seltsamerweise nicht.

Ab ins Auto, Gang rein und Anschnallen nicht vergessen, Regel Nr. 1 ;) … nichts wie weg hier. Auf der Fahrt unterhielt ich mich ein wenig mit dem Böckchen zu meiner Rechten und als wir uns so kennenlernten taufte ich ihn Benito. Und ich glaube er war damit recht zufrieden. Benito durfte nun den ganzen Nachmittag über unseren Balkon hüpfen und Futter mümmeln, dass er sicher noch nie gesehen hatte. … unteranderem auch meine Physalis, kleiner Krepel.

Am Abend mussten wir ihn missmutig in die Übergangsstelle zur Weitervermittlung übergeben. Ja ich hatte mich schon in ihn verknallt, dieser kleine Teufel genau nach meinem Geschmack. Am Ende bleibt mir nur noch zu sagen, ich würde gern jeden Tag Tiere retten!

 

Wenn auch Ihr Tiere kennt, die in schlechter Haltung leben und vielleicht als Futter enden sollen, meldet sie uns, oder (wenn es sich um Kaninchen handelt) auch gleich dem Kaninchenschutz!