Klassen, Rassen & Spezies

spezies

Wir Menschen haben seit jeher die Angewohnheit Dingen einen Namen zu geben. Wir tun dies aus dem Grund unterscheiden zu können, was prinzipiell ja recht praktisch und nicht verwerflich ist. Seit einigen vielen Jahrhunderten haben wir aber zur schlechten Gewohnheit aufkommen lassen Lebewesen in Klassen, Rassen und Spezies zu unterteilen. Aus wissenschaftlicher Sicht ist auch das recht praktisch anzusehen.

Jedoch neigen wir dazu Gruppierungen, die nicht der eigenen entsprechen abzustempeln, auszubeuten, zu quälen und als niedere Wesen anzusehen. Und machen wir uns nichts vor, es passiert uns auch im Alltag, dass wir abwegig über jene reden, die wir als schlechter oder dümmer als uns selbst ansehen. Mit diesem Gedankengut schaden wir meist nicht direkt, die Problematik liegt aber im Detail.

Es ist natürlich einfacher zu sagen, dass ein Nerz nur ein Nutztier ist, um an sein Fell heran zu kommen. Es beruhigt sicher auch ungemein, wenn man sich selbst sagt, dass ein Schwein eben dreckig und nur ein dummes Tier ist, wenn man das eigentlich völlig geschmacklose Schnitzel vor sich essen möchte. Kinder hören vielleicht auf irgendwann nervige Fragen zu stellen, wenn sie glauben, dass Milch aus dem Tetrapack kommt. Man macht sich das Leben unkompliziert, wenn man auf der Meinung beharrt: “Dumme Hühner gibt es doch in Massen, sind doch nur Broiler.” “Tiere sind eben keine Menschen und zum Essen da.” Ein Glück haben wir Hunden und Katzen die Klasse “Haustiere” verabreicht und schon sind sie besser gestellt, als jedes Schwein.

Andere Kulturen nehmen sich diese Feinheiten nicht heraus, hier wird alles gemeuchelt, was nicht bei 3 auf dem Baum ist. Auch Hunde und Katzen leiden hier unvorstellbare Qualen bis zu ihrer Tötung, die nicht so “human” von statten geht, wie sich das einige vielleicht gern einreden würden.

Wir reden uns Gewohnheiten schön. “Das war schon immer so und das weiß doch jeder”. Wenn das schon immer alles so war, warum macht man dann heute keinen Aderlass zur gesundheitlichen Genesung mehr und warum müssen Schwarze nicht mehr in Ketten leben? Die Lösung vieler Probleme liegt darin, dass wir unsere Augen nicht verschließen, unseren Kopf frei machen und unser Herz öffnen, auch wenn Wahrheiten unbequem sind. Und auch wenn das Leid uns nicht persönlich betrifft, WIR haben die Verantwortung für alles Leben, das sich nicht gegen unsere schlechten Gewohnheiten wehren kann. Auch haben wir dieses ganze Leid erst geschaffen.

Glücklicherweise kommen mehr und mehr Wahrheiten ans Licht, viele davon wissenschaftlich fundiert und untermauert. Die Konsumgiganten und die Lebensmittel-Industrie kämpfen zwar durch das Streuen von Unwahrheiten und Volksverdummung, wie Werbekampagnen für Folgemilch und BioFleisch, dagegen an, doch wachen auch mehr und mehr Menschen aus ihrem Tiefschlaf der Gewohnheiten auf.

So ist eben erwiesen, dass Schweine zum teil intelligenter sind als Hunde, Kühe ebenso Gefühle und ein ausgeprägtes soziales Umfeld haben. Aber pinzipiell kommt es auch darauf nicht an, sondern nur auf Eines: Der Mensch hat nicht das Recht andere Lebewesen, die er für niedriger gestellt als sich selbst hält, zu quälen, auszubeuten und schon gar nicht zu töten. Und genau das muss in die Köpfe, in alle Köpfe!  … wir arbeiten daran.

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Über den Autor Marcus Fröhner

Ich bin freiberuflicher Medien-Designer, Fotograf und Medienberater. Als Kind lebte ich auf einem Bauernhof, was ich auch irgendwie wieder gern würde. Ich bin Vegetarier, Fast-Veganer, leidenschaftlicher Hobbykoch und Tierschützer. Ihr findet mich auf Facebook, Google+ und Flickr.